Behind the Scenes: Imagefilm

Die letzte Klappe für Imagefilm Dreh

Die Sonne steht schon tief, aber sie brennt erbarmungslos vom Himmel. Es ist der heißeste Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Wir, das Drehteam, sitzen am am Offenbacher Hafen, zusammengedrängt im Schatten Schatten des blauen Krans, essen Capri Eis und warten auf die Magic Hour, damit wir weiter drehen können. Die Magic Hour ist jene besondere Lichtstimmung kurz vor Sonnenuntergang in der alles einen besonderen Zauber hat.

Heute ist der letzte Drehtag für unseren Imagefilm für die Mediengruppe der Offenbach-Post. Ein außergewöhnliches Filmprojekt, das überall in der Stadt spielt und zahlreiche Akteure vereint. Vom Oberbürgermeister, über das Fußballteam bis hin zu einem kompletten Orchester… sie alle haben einen “Cameo”, so nennt man einen Gastauftritt im Film:

Hier spielt die (Film-) Musik

Der Bühneneingang des Capitolheaters in Offenbach. Wir drücken uns, schwer beladen mit Filmequipment, vorbei an dicken schwarzen Vorhängen Richtung Bühne. Ich baue meine Kamera auf, die anderen Licht und Tonequipment. Dann schleiche ich über die Bühne durch die eng gruppierten Musiker und Musikerinnen, die für uns immer wieder die gleichen Tackte aufspielen. Wir haben den schlimmsten Ohrwurm des Jahres.

Nicht meine Zeit!

Es ist 4:45h (morgens!) als wir das Teamauto in einen freien Parkplatz am Willhelmsplatz quetschen. Jana verantwortlich für den Ton, gähnt lautlos, dann bauen wir auf. Wir drehen eine Marktszene. Da der Markt ein Publikumsmagnet und immer gut besucht ist, müssen wir alle Szenen im Kasten haben, bevor der große Ansturm beginnt.

Machmal scherze ich, dass ich schon so lange Filme drehe, dass ich es im Schlaf könnte. Eine Fähigkeit, die ich an diesem frühen Morgen deutlich vor Sonnenaufgang unter Beweis stellen muss. Rafael, der Redakteur und ich koordinieren Kamera, ein Zeitungsfahrrad, einen Zeitungslaster und die Statisten, sodass alles perfekt ins Bild passt. Am Ende des Drehs bin ich so müde, wie noch nie zuvor in meinem Leben, aber glücklich, denn es hat alles geklappt.

Neue Schuhe für den Oberbürgermeister

Stapelweise legt Set Assistentin Verena Zeitungen auf dem Boden aus: Offenbach-Post, Extra-Tipp und Hanauer Anzeiger… Wir sind im Atelier einer Malerin in der Innenstadt und drehen mit dem Offenbacher Oberbürgermeister Felix Schwenke. Der soll, so will es das Drehbuch, nachdem er der Künstlerin einen Preis überreicht hat, in einen dicken Klecks Farbe treten. Natürlich entspricht der Farbton genau dem Blau der Mediengruppe. Beim Film gibt es keine Zufälle.

Der Oberbürgermeister macht den Spaß mit, tritt beherzt in die Farbe, dass es nur so spritzt und zerstört dabei ein paar schwarze Anzugsschuhe. Die sind natürlich extra für den Dreh gekauft und dem Oberbürgermeister eigentlich auch eine halbe Nummer zu groß. Merkt am Ende aber keiner. Wir drehen die Szene drei, viermal und mal Ende klebt die blaue Farbe überall. Zum Glück hat mein Team (wohlwissend) alte Kleidung an.

Warten auf die magische Stunde

Jetzt sitzen wir vom Filmteam im Schatten unter dem Kran und essen Eis, das wir uns im Supermarkt gekauft haben. Dabei habe ich immer den Stand der Sonne im Blick, wie sie sich qualvoll langsam den Himmel entlang Richtung Horizont schiebt. Das Equipment ist aufgebaut. Die Kamera ruht auf dem Gimbal, der allerdings ausgeschaltet ist, um Akkus zu sparen, sodass er hin und her schwingt, immer wenn wir ihn berühren.

Dann ist es soweit. Die Sonne tippt die obere Kante der Häuser an. Das Licht verfärbt sich leicht, noch kaum merklich golden. Es geht los. Ab jetzt läuft die Uhr und jeder Handgriff muss sitzen. Wir sperren den Kran mit rot-weißem Flatterband, die Statisten bringen sich in Position. Mehrmals müssen sie sich die Stirn abtrocknen. Es sind noch immer über 30Grad. Das Licht ist in Position, der Gimbal justiert sich mit einem kleinen kaum merklichen Zucken. Der Ton läuft. Die Kamera nicht. “Unable to access card.”, sagt das Display. Ich starte neu. Wieder die gleiche Fehlermeldung. Ich hole die SD-Karte aus dem Slot. Sie ist kochend heiß. Durchgebrannt. Ausgerechnet jetzt!

Set-Assistentin Verena rennt sofort nach unten und holt eine neue Karte. Wir treffen uns auf halbem Weg. Die Kamera akzeptiert die Karte, aber die Sonne hat schon einiges an Strahlkraft verloren. Die Zeit drängt. Ab jetzt heißt es für mich an der Kamera dauend an der Blende justieren, damit die Aufnahmen gleich hell sind und später im Schnitt zusammen passen. Und alles klappt.

Als es dunkel ist, klettern wir wie betäubt den Kran herunter. Es ist geschafft. Zumindest der Dreh, denn die größte Arbeit liegt noch vor uns: der Schnitt. Jetzt heißt es Sichten und Sortieren und dem Ganzen eine Sinn geben.

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  1. Filmdrehs in Offenbach - Neues vom Set von und mit InZwischenZeit:Filme - 16. August 2019

    […] Für den Imagefilm der Mediengruppe Offenbach-Post, wurde die ganze Stadt zur Filmkulisse. Egal ob am blauen Kran, im Capitol mit dem Symphonie Orchester oder mit den Kickers am Bieberer Berg, überall haben wir gedreht. Was das außerdem mit dem Bürgermeister und dessen Schuhen zu tun hat, dazu mehr in diesem Behind-the-Scenes Artikel. […]

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